
Am 23. Februar 2026 um 13:00 Uhr besuchte Frau Petra Köpping, Staatsministerin in Sachsen für Soziales, Gesundheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt, das Diakonie Pflegeheim Matthias Claudius in Leipzig-Plagwitz, um sich über den Fortgang der Ausbildung der brasilianischen Auszubildenden sowie über das neue laufende Recruitingverfahren für den nächsten Ausbildungsjahrgang zu informieren und in einen Austausch zu treten.
Die neuen brasilianischen Azubis berichteten in fließendem Deutsch über ihr Ankommen in Deutschland, ihre bisherigen Erfahrungen in der Ausbildung und das Leben in ihrer neuen Heimat. Sie alle sind glücklich und dankbar hier zu sein und sind äußerst engagiert und lernwillig.
Natürlich ist es nicht immer einfach und am Anfang hatten alle zu tun, sich in der neuen Sprache, in einer anderen Kultur und einem anderen Klima zurechtzufinden. Pedro sagt: „Der Dezember war schon schwer. Es war sehr kalt. Die kälteste Temperatur, die ich aus meiner Heimat kannte, war 13 Grad. Hier waren es manchmal 8 Grad Minus! Ich hatte Heimweh. Aber ich habe viel mit meiner Familie telefoniert.“ Aislane vermisst den Karneval. Dafür, so sagt sie, erlebt sie hier andere Dinge: die Ausbildung, die Sprache und ein paar Reisen in Europa. „Das ist eine sehr wertvolle Zeit. Ich bin jetzt 21 Jahre alt und kann diese Gelegenheit gut für mich nutzen.“
Die Integrationsbeauftragte der Diakonie Leipzig, Taciane Murmel, erzählte davon, wie sie die Auszubildenden unterstützt und ihnen das Ankommen in Deutschland erleichtert. Die Erfahrungen sind durchweg positiv. Auch weil die Neuen so gut in den Pflegeheimen aufgenommen werden. Es gibt kaum Probleme in den Teams oder mit den Bewohnerinnen und Bewohnern – die Neuen haben die Herzen aller erobert. Praxisanleiter Thomas Grassmann gab einen Einblick in das schwierige Auswahlverfahren für die weiteren Jahrgänge brasilianischer Auszubildenden. Aus ca. 500 Bewerbern müssen ca. 40 in die engere Wahl gezogen werden, mit denen dann jeweils einzeln und vor Ort in Receife ausführliche Gespräche geführt werden. „Sie müssen sehr gute Schülerinnen und Schüler sein, damit sie das alle schaffen. Aber letztlich geht es bei der Auswahl auch nicht ohne ein gewisses Bauchgefühl.“
Sebastian Steeck erläutert dazu: „Wir rekrutieren ausschließlich in staatlichen Schulen in Brasilien. Nicht in den privaten, wo die wohlhabenderen Kinder hingehen. Denn wir wollen denen eine Chance in Deutschland geben, die es in ihrem eigenen Land schwer haben, eine Ausbildung zu finden.“
Zum Schluss fragt Frau Köpping die Azubis, ob sie denn bei der Diakonie bleiben wollen. “Ja” ist die eindeutige Antwort.
Die Diakonie wird auf diesem Kurs bleiben, weitere Azubis aus Brasilien nach Deutschland zu holen und hier zu Pflegefachkräften auszubilden. Die enge Begleitung hat sich bewährt. In Zukunft soll noch mehr für die Integration – besonders in den ersten Wochen – getan werden. Geplant ist die Anschaffung einer Ankommens-App, die die Neuen dabei unterstützen wird. Sebastian Steeck ist überzeugt: „Die Gesellschaft – auch in Sachsen – muss sich weiter für ausländische Fachkräfte öffnen. Es gibt keine Alternative dazu. Und sie sind eine Bereicherung für die Gesellschaft, für die Unternehmen und natürlich für uns als Diakonie.“
