Gesprächsabend in der Leipziger Propstei St. Trinitatis in Leipzig am 23. September


Am 23. September 2025 fand in der Propstei St Trinitatis in Leipzig ein Gesprächsabend statt zum Thema „Im System der Nächstenliebe – Die stille Revolution von Diakonie und Caritas im Osten.“ Auf dem Podium sprachen die vier Autorinnen und Autoren des gleichnamigen Buches zu diesem Thema und gaben einen Einblick in ihren Forschungsgegenstand: Ilse Junkermann (ehemalige Bischöfin der Landeskirche Mitteldeutschland), Prof. Dr. Harald Wagner (Dresden), Bettina Westfeld (Dresden), Prof. Dr. Markus Schmidt (Bielefeld-Bethel).
Über 70 Personen waren gekommen, um einzutauchen in die Zeit vor und nach der Friedlichen Revolution in der ehemaligen DDR und die Erlebnisse und Erfahrungen dieser Zeit aufleben zu lassen – darunter viele langjährige sowie ehemalige Mitarbeitende aus Diakonie und Caritas, aber auch interessierte Gemeindemitglieder sowie Vertreter der Stadtpolitik.


Welche Transformationen erfuhren kirchliches Leben und Handeln im jeweiligen Bereich in der DDR und in den sogenannten „Nachwendejahren“ und welches Potential liegt in diesen Erfahrungen? Kirche oder Diakonie – Wer hat sich besser auf die Herausforderungen der Gegenwart eingestellt? Ostdeutsche Erfahrungen & Ressourcen – Was sind die Potenziale und welche Rolle spielen gerade konfessionslose Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter? Wie unternehmerisch und wie missionarisch sollte die Kirche sein?
Diesen Fragen sind unsere Gäste näher auf den Grund gegangen und haben gemeinsam die Forschungsergebnisse und Erkenntnisse ihres Buches präsentiert. Der Erfahrung, dass ostdeutscher Lebenswirklichkeit eher mit einer gewissen Ignoranz bzw. Abwertung begegnet wird, stellten die Verfasser den Wert dieser Erfahrungen für die heutige Zeit gegenüber: Im Osten wurde manches vorweggenommen, was jetzt auch im Westen eine Rolle spielt – beispielsweise das Leben und Arbeiten von Kirche und Diakonie in einem säkularen Umfeld und der Umgang mit konfessionslosen Mitarbeitenden. Für die Diakonie wurde das Gemeindemodell Stadtmission als eine Möglichkeit für die Zukunft ins Gespräch gebracht. „Wir könnten auch in der Diakonie taufen“ – so die Meinung von Missionsdirektor Heidbrink, der das Gespräch moderierte und sich auch selbst daran beteiligte. An den Tischen sowie im Anschluss an die Veranstaltung kamen die Gäste und Teilnehmenden miteinander ins Gespräch und konkretisierten die Inhalte der Vortragenden mit ihren eigenen Erfahrungen aus dieser Zeit.
