
140 Jahre Innere Mission Leipzig
Mitgliederversammlung
Am 7. November 2009 begann das 140. Jahresfest des Diakonischen Werkes Innere Mission Leipzig e.V. mit der jährlich stattfindenden Mitgliederversammlung. Etwa 100 Mitglieder nahmen daran teil. Vorstand und Fachbereichsleiter berichteten über die Arbeit in den einzelnen Bereichen im Berichtszeitraum und stellten die wirtschaftliche Lage des Werkes dar. Die einzelnen Berichte können im Jahresbericht nachgelesen werden. Vorstand und Verwaltungsrat wurden von ihrer Tätigkeit entlastet.
Festgottesdienst
Beim Festgottesdienst am 8. November um 9.30 Uhr in der Thomaskirche hielt der Präsident des Diakonischen Werkes der Evangelischen Kirche in Deutschland, Klaus-Dieter Kottnik, die Predigt. In diesem Gottesdienst wurden Frau Pfarrerin Anne-Kristin Kupke sowie Frau Pfarrerin Anne Helbig in ihren Dienst bei der Diakonie eingeführt.
Podiumsgespräch - Für ein gemeinsames Leben von Menschen mit und ohne Behinderungen
„Menschen mit Behinderungen sollen selbst entscheiden können, wo und mit wem sie wohnen möchten. Sie sollen nicht gezwungen werden, in speziellen Einrichtungen zu leben, sondern sie sollen da, wo sie leben wollen, die nötige Assistenz
erhalten.“ So sieht es die UN-Konvention für Menschen mit Behinderungen vor, die im Jahre 2009 von Deutschland unterschrieben wurde. Menschen mit Behinderungen sollen wohnen, lernen und arbeiten können wo alle Menschen wohnen, lernen und arbeiten. Sie sollen gleich von Anfang an mitten in der Gesellschaft sein.
Ob und inwieweit diese „Vision“ realisierbar ist, darüber sprachen die Vertreter von Wissenschaft, Diakonie und Kirchgemeinde bei einemPodiumsgespräch anlässlich zum 140. Jahrestag des Diakonischen Werkes Innere Mission Leipzig e.V.
„Besser – gleich – zusammen. Inklusion – eine Herausforderung für Kirchgemeinde und Nachbarschaft.“ – so lautete das Thema dieser Veranstaltung. Auf dem Podium saßen Klaus-Dieter Kottnik, Präsident der Diakonie der Evangelischen Kirche Deutschlands, Prof. Dr. Ulf Liedke von der Fachhochschule Dresden, Steffen Randolph, Leiter einer Wohnstätte in Panitzsch, Christiane Burger, Schulleiterin der Förderschule Werner Vogel.
„Weg von der Betreuung in Wohnstätten mit durchschnittlich 39 Bewohnern“ fordert Ulf Liedke, Professor bei der Evangelischen Fachhochschule in Dresden. Ziel sind kleinere ambulant betreute Wohngemeinschaften in verschiedenen Stadtteilen. Dass das funktionieren kann, davon erzählen Anita Hallier und Eric Füßlein, die bereits seit Jahren in ihrer eigenen Wohnung leben, Anita sogar mit Mann und Kind. Vorher wurden sie in der Wohnstätte „Alte Posthalterei“ in Panitzsch betreut und auf das selbständigere Leben im Betreuten Wohnen vorbereitet. Auch in Leipzig gibt es zahlreiche Bestrebungen, Menschen mit Behinderungen in eigenen Wohnungen nach individuellem Bedarf zu betreuen und noch besser in ihr Wohnumfeld zu integrieren. An dieser Stelle sind die Kommunen und die Kirchgemeinden gefragt. Manfred Lohöfener ist Mitglied der Andreaskirchgemeinde Leipzig.
Diese Kirchgemeinde gestaltet regelmäßig Gottesdienste mit den Bewohnern des Martinstiftes, einer Wohnstätte für Menschen mit Behinderungen. Er meint, das dies auch für andere Kirchgemeinden selbstverständlich sein müsste. Hier gibt es allerdings noch erheblichen Nachholebedarf.
Insgesamt war das Podiumsgespräch ein Plädoyer für ein gemeinsames Leben, Wohnen, und Arbeiten von Menschen mit und ohne Behinderungen









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