Diakonie Leipzig

Torgauer MTB Rennen


8.00 Uhr:


Es tröpfelt, nieselt, gießt, schüttet, kübelt.


Schon beim Lesen dieser Worte glaubt man zu spüren, wie die ersten Tropfen zum Kragen hereinfrösteln.

Dies jedenfalls befürchtete ich an diesem wolkenverhangenem Sonntagmorgen,

an dem das diesjährige Torgauer Mountainbike Rennen zum Zwölften mal stattfinden sollte.


Zu dem Helm der Pflicht beim Austragen des Mountainbikerennens war, packte ich noch warme Sachen ein und außerdem meine Sonnenbrille da auch bei schlechten Wetter die Hoffnung zuletzt stirbt. ;-)


Um 8.30 Uhr holten mich die „Teamkollegen“ des Diakonie Leipzig Radteams ab.


Da auf dem Dach von Daniels Kombi schon Tobias und sein Rad festgemacht waren, baute ich mein Vorderrad aus und lud es in den Kofferraum.

Und los ging es durch den sehr frischen und zum Teil auch verregneten Vormittag Richtung Torgau.

Am Hartenfelsstadion in Torgau angekommen trafen wir uns mit unserem Teamchef

Christfried Rögner und dessen Frau und Kind.


Nachdem wir unsere Räder aufgebaut hatten erkundete ich schon mal vor dem Start mit dem Team, das diesmal aus Christfried, seinem Sohn Karl, Daniel, seinem Bruder Tobias und meiner Wenigkeit bestand, einen Teil der 22km langen Strecke.


Die Strecke machte in der Realität einen anderen Eindruck als auf der Internetseite des Veranstalters beschrieben.

Dort hieß es zwar dass sie sehr flach sein würde, doch wir entdeckten auch ein paar kurze knackige Anstiege bei denen man nur darauf warten könnte dass die Waden zu Brennen anfangen würden.


11.30 Uhr startete Karl auf die 22km.


11.45 Uhr:

Nachdem ich mir noch einen Energie-Riegel reingezogen hatte, fiel der Startschuss für unser 62 Kilometer Rennen.


3 Runden bei denen man schon im Vorfeld wusste dass es hart werden würde, allein schon beim Anblick der Gegner die von BMW oder Hasseröder gesponsert wurden also schon Richtung Profi tendierten.


Die erste Runde verläuft eigentlich in fast jedem Rennen gleich, man orientiert sich erstmal an den anderen Fahrern, sucht annähernd Leistungsgleiche, findet seinen Rhythmus und lernt die Strecke im ganzen kennen.

Bei den nächsten Runden wenn langsam auch der Flüssigkeitsvorrat zur Neige geht und der Zucker im Körper sinkt, wenn man ihn während des Wettkampfes nicht versorgt, beginnt der Kampf mit sich selbst.


Ein weiteres Problem in diesem Wettkampf waren auch die Wurzeln, die durch den Regen frei gespült wurden und man bei einigen Passagen nicht wusste ob man gerade an einem Radrennen teilnimmt oder auf einem Presslufthammer sitzt.


Ab der zweiten Runde stellt man sich die Frage warum man Idiot sich das eigentlich immer wieder antut und versucht nur noch an Positionen und Zeit zu gewinnen bis man in die entscheidende Phase der letzten paar Kilometer kommt bei der man alles rausholen will was noch geht, obwohl man das meistens mit dem ausgepowerten Körper nicht vereinbaren kann.


Die Zielgerade ist eigentlich meist der schönste Moment im ganzen Rennen, der einem zeigt, dass es sich trotz der Strapazen doch gelohnt hat, vor allem wenn nach dem Ausrollen der frisch gebackene Pflaumenkuchen auf Quadratmeterblechen wartet, und man mit den anderen Teilnehmern über die Strecke und die Fahrräder fachsimpelt.


Gegen 16.00 Uhr packten wir, nach einem warmen leckeren und Gott sei’s gedankt für Teilnehmer kostenlosem Mittagessen unsere sieben Sachen und fuhren erschöpft, aber glücklich zurück nach Leipzig.


Alles in allem kann ich nur sagen dass ich, obwohl es auch wieder hart wird, am 26.September zum zweiten mal am Neuseen Mountainbike Cup teilnehmen werde und ich jedem es nur empfehlen kann sich einmal so einem Rennen hinzugeben, da man auch sich selbst und seine Leistungsgrenzen besser kennen lernt.



Johannes Ebeling


Karl, Christfried und Johannes (von links)

Karl, Christfried und Johannes (von links)
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