Diakonie Leipzig

Elbradtour


Sonntag 07.10.2007


Bert, Thomas, Tobias und ich starteten am frühen morgen zu unserer ersten gemeinsamen Radtour, von Hamburg nach Dessau. Das Spannende an der spontanen Tour war, dass wir uns untereinander noch nicht gut kannten. Das einzige gemeinsame an uns war unser gemeinsamer Arbeitgeber die Diakonie Leipzig.

Unser erstes Missgeschick passierte gleich auf dem Leipziger Hauptbahnhof. Wir warteten auf den Regionalexpress nach Magdeburg, der wie immer Verspätung hatte, aber es gab viel zu erzählen. So verpassten wir die Ansage, die uns mitteilen wollte, dass der Zug auf einen anderen Bahnsteig abfuhr! Wir warteten gelassen und es kam auch ein Zug. Wir stiegen ein freuten uns über gute Plätze. Kurz nach Abfahrt des Zuges begrüßte uns eine nette Bahnstimme und teilte uns mit, dass wir auf dem Weg zum Flughafen Halle/Leipzig waren. Und als die nette Stimme verklungen ist, rollte auf dem Nachbargleis der Regionalexpress nach Magdeburg an uns vorbei…..

Aber wir kamen trotz aller widrigen Umstände in Hamburg an., Allerdings 2 Stunden später als geplant, daher mussten wir die erste Etappe ein wenig kürzen und fuhren von Hamburg bis nach Lauenburg mit den Zug und bestiegen erst dort unsere Räder.


Ein schöner Herbsttag ging langsam zu Ende und wir machten uns auf den Weg nach Bleckedeunserem ersten Übernachtungsort. 38 km waren schnell geschafft und mit der einbrechenden Dunkelheit kamen wir in unserem Quartier an.



Montag 08.10.2007


Die zweite Etappe führte uns von Bleckedenach Wittenberge geplante112 km.

Nach einem guten Frühstück und einem kleinen Verpflegungseinkauf im Ort machten wir uns auf den Weg.


Es war ein wunderschöner Herbstmorgen, die Sonne kämpfte sich durch die Nebelfelder und nach einigen Kilometern war schönstes Sonnenwetter. Bis nach Karemin ging es auf der westlichen Elbseite dann fuhren wir mit der Elbfähre auf die andere Elbseite,wir waren in Mecklenburg- Vorpommern.

Immer auf oder neben den Elbdeich ging unser weg bis zum Mittagsetappenziel Dömnitz. Entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze. In Dömnitz nahmen wir uns Zeit die Wehranlage zu besichtigen.


Danach ging es weiter in Richtung Wittenberge. Eine herrliche Ruhe entlang der Elbauen, da zu dieser Zeit fast keine Radwanderer mehr unterwegs waren, dafür hunderte von Zugvögeln die an den Elbwiesen rasteten.

Am Nachmittag erreichten wir Wittenberge 112 km (so weit am Stück war noch keiner von uns davor gefahren). Die Suche nach einem Quartier war schwierig. Für 4 Personen und dann noch möglichst preiswert. An der Stadtinformation (die bereits 16.15 Uhr geschlossen hat) gab es einen Aushang mit einem Gastgeberverzeichnis. Wir telefonierten einige Adressen durch und fanden ein Jugendgästehaus. Nach dem wir die Gästewohnung in beschlag genommen hatten, gingen wir nochmals auf Stadterkundung. Die Suche nach einer geeigneten Gaststätte war sehr schwierig, da das Angebot in Wittenberge „sehr überschaubar“ war. Nacheinigen Suchen fanden wir ein Restaurant eines ausländischen Mitbürgers. So konnten wir den Tag gestärkt beenden und neue Kraft für die dritte Etappe schöpfen.


Dienstag 09.10.2007


Die heutige Etappe war die „Königsetappe“ am Ende des Tages würden 126 km auf unseren Tachometer stehen. Es ging von Wittenberge bis nach Rogätz.

Nach einem ordentlichen Frühstück im Jugendgästehaus (wo wir die einzigen Gäste waren) war die erste Station der obligatorische Verpflegungseinkauf im Ort. Danach ging es los. Zuerst einmal zurück zur Elbe und dann in Richtung erstes Etappenziel Havelberg (ca. 40km).

Havelberg war schnell erreicht und wir fühlten uns alle noch sehr gut. Ein wenig Kultur mit Besichtigung des Doms (älteste Bischofssitz östlich der Elbe)musste auch sein.


Dann ging es weiter bis nach Sandau zur Fähre wo wir die Elbseite wechselten.

Nach der Mittagsrast ging es auf in Richtung Tangermünde. Kurz vor Arneburg kamen wir an den Ruinen eines zu DDR – Zeiten begonnenenAtomkraftwerkes vorbei. (was glücklicher Weise nie in Betrieb ging). Auf dem Areal des alten Atomkraftwerkes befindet sich heute eine riesige Papierfabrik.Es stank gewaltig – wir beeilten uns schnell vorbei zu kommen.


Die Kilometer bis nach Tangermünde zogen sich in die Länge und am frühen Nachmittag erreichten wir Tangermünde. Eine wunderschöne alte Innenstadt mit vielen gut erhaltenen Fach- und Backsteinbauten. Wir wärmten uns bei Kaffee und Kuchen auf und verpassten dadurch ein wenig die Zeit. Es lagen noch ca. 40 kmvor uns. Das Quartier war bestellt so dass wir daher keinen Stress hatten.

Gegen 15.30 Uhr machen wir uns auf den Weg. Es wurde langsam kühl und die Kräfte ließen nach. Heute überraschte uns die Dunkelheit, die letzten 10 Kilometer müssten wir im dunkel zurücklegen. Leider hatten nicht alle an Beleuchtung gedacht, aber wir kamen ans Ziel. In Rogätz hielt unser Quartiergeber schon nach uns Ausschau. Daher fanden wir ohne groß zu suchen sofort unsere Unterkunft. Die örtliche Kneipe macht nach einem Anruf unseres VermietersÜberstunden. Wahrscheinlich sind wir seit Wochen die erste „Auswärtigen“.


Mittwoch 10.10.2007


Nun begann die letzte Etappe unserer Elbetour. Es ging von Rogätz über Magdeburg nach Dessau 113 km.

Die schlechte Nachricht des Tages war, dass die Elbfähre in Rogätz Zurzeit nicht in Betrieb war (Wartungsarbeiten).

Daher ein Umweg über Landstraßen, da der Elberadweg auf der anderen Elbseite verlief. Es versprach ein schöner Herbsttag zu werden. Ca. 15 km auf der Landstraße bis zum Wasser-straßenkreuz bei Magdeburg. Ein technisch interessanter Bau, eine Kanalbrücke von fast 1 km Länge. Wirtschaftlich wahrscheinlich eine totale Fehlinvestition. Der Schiffsverkehr auf dem Mittellandkanal sowie auf der Elbe war sehr überschaubar. In den drei Tagen haben wir insgesamt drei Schiffe beobachtet. Vielleicht fuhren die auch nur Nachts….?!


Magdeburg war schnell erreicht, wir hielten uns aber nicht auf, denn unser nächstes Ziel warSchönebeck. Über die Elbbrücke gelangten wir in die Stadt, nach einer kleinen Rast geht es weiter in Richtung Barby (falscher Weg es geht entlang einen Bundesstraße) Kurz hinter Barby ging es mit der Fähre wieder auf die andere Elbseite wo wir den richtigen Elberadweg erreichten.

Jetzt wieder durch schöne Dörfer, Wiesen und Wälder abseits großer Straßen bis nach Brambach. Dort sollte laut Karte eine Fähre sein. Der Gastwirt der „Elbterassen“ hatte ein kleines Motorboot mit den er Gäste über die Elbe übersetzt. Die mit Abstand die coolste Elbüberquerung.


Dann waren es nur noch wenige Kilometer und wir erreichten unser Ziel Dessau.

Von dort fuhren wir mit der Regionalbahn zurück nach Leipzig.


Es waren vier schöne Tage. Das Wetter hat gut mitgespielt, wir waren eine tolle Truppe, die Kondition warnoch ausbaufähig, aber es war bestimmt nicht die letzte Tour die wir gemeinsam bestreiten.



Christfried Rögner

 
 
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